DAT Report 2026: Was weiß man über Werkstätten und das Kundenverhalten?

Was sind die Ergebnisse? Werkstatt-Themen im Fokus!

DAT Report 2026
DAT Report 2026

DAT-Report 2026 und freie Werkstätten? Was sagt die Studie wirklich über den Alltag am Hebebühnenrand? Wir haben uns den Kurzbericht einmal zur Brust genommen, der hier runtergeladen werden kann.

Der aktuelle DAT-Report 2026 ist keine Zukunftsvision und kein Marketingpapier, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme dessen, was Autofahrer erleben, erwarten und zunehmend kritisch hinterfragen. Für freie Werkstätten ist der Kurzbericht deshalb besonders spannend, weil er viele Entwicklungen bestätigt, die im Alltag längst spürbar sind. Gleichzeitig liefert er belastbare Zahlen, mit denen sich diese Beobachtungen einordnen lassen. Wer den Report richtig liest, erkennt schnell, dass es weniger um Techniktrends geht, sondern um Vertrauen, Kommunikation und wirtschaftliche Realität.

Was bedeutet DAT überhaupt und warum ist der Report so relevant?

Die Abkürzung DAT steht für Deutsche Automobil Treuhand. Hinter diesem Namen verbirgt sich seit Jahrzehnten eine der wichtigsten unabhängigen Institutionen für Fahrzeugbewertung, Marktdaten und automobilwirtschaftliche Analysen in Deutschland. Die DAT ist keine Lobbyorganisation und kein Herstellerverband, sondern ein neutraler Datendienstleister, dessen Zahlen von Herstellern, Handel, Werkstätten, Versicherungen, Leasinggesellschaften und auch Gerichten genutzt werden. Entsprechend hoch ist die Glaubwürdigkeit ihrer Studien.

Der DAT-Report gilt deshalb als eine Art Seismograf für den Automobilmarkt. Er zeigt nicht, was einzelne Akteure behaupten, sondern wie sich Kaufentscheidungen, Nutzungsverhalten und Einstellungen der Autofahrer tatsächlich entwickeln. Für Werkstätten ist das besonders wertvoll, weil hier nicht Theorie, sondern gelebter Alltag der Kunden abgebildet wird.

Wie werden die Ergebnisse des DAT-Reports 2026 ermittelt?

Die Basis des DAT-Reports 2026 bildet eine umfangreiche und repräsentative Endverbraucherbefragung. Insgesamt wurden 4.666 Personen befragt, die entweder als Autokäufer oder als aktive Pkw-Halter in Erscheinung getreten sind. Davon entfallen 2.598 Interviews auf Privatpersonen, die ein Fahrzeug gekauft haben, sowie 2.068 Befragte aus dem Bereich Wartung und Reparatur, also Autofahrer und Pkw-Halter mit konkreter Werkstatterfahrung.

Alle Stichproben sind statistisch gewichtet und damit repräsentativ für private Autokäufer und Fahrzeughalter in Deutschland. Die Ergebnisse werden nicht punktuell, sondern im Gesamtzusammenhang ausgewertet.

Auf 84 Seiten und mit 108 Grafiken liefert der DAT-Report 2026 einen detaillierten Einblick in das Autojahr 2025. Die Studie erscheint seit 1974 und wird damit bereits zum 52. Mal veröffentlicht. Diese lange Kontinuität macht den Report besonders wertvoll, weil Entwicklungen nicht nur beschrieben, sondern über viele Jahre hinweg eingeordnet und verglichen werden können.

Warum steigen die Werkstattrechnungen, obwohl Kunden seltener kommen?

Die Zahlen des DAT-Reports zeigen klar, dass Wartung und Reparatur für Autofahrer deutlich teurer geworden sind. Durchschnittliche Rechnungsbeträge von über 500 Euro sind heute keine Ausnahme mehr, sondern neue Normalität. Gleichzeitig nimmt jedoch die Anzahl der Werkstattbesuche pro Fahrzeug ab. Dieses Spannungsfeld ist für Betriebe hochrelevant.

Viele Kunden reagieren auf steigende Kosten nicht mit Akzeptanz, sondern mit Zurückhaltung. Es wird später gewartet, es wird stärker selektiert und es wird häufiger gefragt, ob eine Arbeit wirklich notwendig ist oder noch aufgeschoben werden kann. Besonders präventive Maßnahmen wie Zusatzchecks, empfohlene Wartungspunkte außerhalb der Pflichtintervalle oder Komfortreparaturen geraten unter Druck.

Für Werkstätten bedeutet das eine strukturelle Veränderung. Höhere Rechnungsbeträge kompensieren nicht automatisch die sinkende Besuchsfrequenz. Wirtschaftlich stabil bleibt nur, wer es schafft, den Nutzen von Wartung und Reparatur klar zu erklären und nachvollziehbar zu begründen. Die Rolle der Werkstatt verschiebt sich damit weiter vom reinen Ausführer hin zum Berater.

Was sagen Kunden wirklich über ihre Werkstatt?

Auf den ersten Blick wirken die Ergebnisse beruhigend. Die grundsätzliche Zufriedenheit mit der eigenen Werkstatt ist hoch, die Loyalität ebenfalls. Viele Autofahrer bleiben über Jahre bei demselben Betrieb. Doch der DAT-Report zeigt auch eine zweite Ebene, die nicht ignoriert werden sollte.

Fast jeder zweite Kunde sieht Verbesserungsbedarf. Dabei geht es weniger um handwerkliche Qualität oder Fachkompetenz. Kritisiert werden vor allem organisatorische und kommunikative Aspekte. Lange Wartezeiten auf Termine, schlechte Erreichbarkeit oder unklare Aussagen zum Reparaturumfang führen zu Unzufriedenheit, auch wenn die Arbeit am Fahrzeug am Ende korrekt ausgeführt wird.

Das ist ein entscheidender Punkt. Kunden bewerten Werkstätten zunehmend als Dienstleister im Gesamterlebnis, nicht nur anhand des Ergebnisses. Freundlichkeit am Telefon, transparente Abläufe und verbindliche Aussagen haben einen ähnlichen Stellenwert wie eine saubere Reparatur. Der Report macht deutlich, dass hier ein großes Differenzierungspotenzial liegt, gerade für freie Betriebe.

Welche Rolle spielt Digitalisierung aus Kundensicht?

Der DAT-Report zeichnet ein erstaunlich klares Bild. Digitalisierung wird nicht grundsätzlich abgelehnt, aber sehr selektiv bewertet. Autofahrer wünschen sich vor allem digitale Lösungen dort, wo sie den Alltag vereinfachen. Dazu zählen insbesondere Terminvereinbarung, Erinnerungen an Wartungen oder kurze Statusinformationen.

Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Grenze. Sobald es um komplexe Reparaturen, unklare Fehlerbilder oder Kostenfragen geht, wünschen sich viele Kunden den persönlichen Kontakt. Eine App ersetzt kein erklärendes Gespräch, vor allem nicht bei technischen oder finanziellen Unsicherheiten.

Für Werkstätten ergibt sich daraus eine klare Handlungsempfehlung.

Digitalisierung sollte Prozesse entlasten und beschleunigen, nicht Kommunikation ersetzen. Wer digitale Werkzeuge sinnvoll einsetzt und gleichzeitig persönliche Ansprechpartner bietet, trifft die Erwartungen der Kunden deutlich besser als Betriebe, die auf reine Automatisierung setzen.

Warum werden Softwareprobleme für Werkstätten immer wichtiger?

Ein zentrales Ergebnis des DAT-Reports ist der zunehmende Einfluss von Software und Elektronik auf den Werkstattalltag. Immer mehr Werkstattbesuche entstehen nicht durch klassische mechanische Defekte, sondern durch Fehlermeldungen, Assistenzsysteme oder Updateprobleme. Das betrifft längst nicht nur Elektrofahrzeuge, sondern auch moderne Verbrenner und Hybride.

Für Kunden sind diese Probleme oft schwer greifbar. Während ein defekter Auspuff oder eine verschlissene Bremse intuitiv verständlich sind, bleibt Software abstrakt. Genau hier entsteht Erklärungsbedarf. Werkstätten müssen nicht nur diagnostizieren, sondern auch übersetzen. Warum dauert ein Update so lange, warum lässt sich ein Fehler nicht einfach löschen und warum kostet Diagnosezeit Geld.

Der Report zeigt indirekt, dass Betriebe, die diese Themen verständlich kommunizieren können, einen entscheidenden Vertrauensvorsprung haben. Technische Kompetenz allein reicht nicht mehr aus, sie muss auch erklärbar sein.

Wie beeinflussen hohe Fahrzeugpreise das Werkstattgeschäft?

Ein weiterer Aspekt, der für Werkstätten nicht unterschätzt werden sollte, sind die weiterhin hohen Anschaffungspreise für Fahrzeuge. Sowohl Neu- als auch Gebrauchtwagen bewegen sich auf einem Niveau, das für viele Kunden eine erhebliche Investition darstellt. Diese Investition prägt die Erwartungshaltung an Service und Reparatur.

Wer viel Geld für ein Fahrzeug ausgegeben hat, erwartet Sorgfalt, Professionalität und Transparenz. Gleichzeitig steigt die Sensibilität für Kosten, weil das Auto bereits einen großen Teil des Budgets bindet. Diese Kombination führt zu einer kritischen, aber nicht grundsätzlich ablehnenden Haltung gegenüber Werkstattrechnungen.

Für freie Werkstätten bedeutet das, dass klare Leistungsbeschreibungen und transparente Preise immer wichtiger werden. Pauschalen, Servicepakete oder klar definierte Zusatzleistungen helfen dabei, Erwartungen zu steuern und Diskussionen zu vermeiden.

Welche Bedeutung hat das Auto weiterhin für den Alltag?

Trotz aller Diskussionen um alternative Mobilität zeigt der DAT-Report eindeutig, dass das Auto für die Mehrheit der Menschen unverzichtbar bleibt. Gerade außerhalb urbaner Zentren ist individuelle Mobilität weiterhin Grundlage für Beruf, Familie und Alltag.

Damit bleibt auch die Werkstatt ein zentraler Bestandteil dieses Systems. Allerdings nicht mehr automatisch als reine Reparaturadresse, sondern als Mobilitätspartner. Kunden erwarten Unterstützung, Verlässlichkeit und Orientierung in einer zunehmend komplexen Fahrzeugwelt.

Was bedeutet der DAT-Report 2026 konkret für freie Werkstätten?

Der DAT-Report 2026 liefert keine dramatischen Warnungen, aber klare Hinweise. Werkstätten stehen nicht vor dem Aus, aber vor einer Weiterentwicklungspflicht. Steigende Kosten, komplexere Technik und kritischere Kunden verlangen nach klarer Kommunikation, strukturierten Abläufen und nachvollziehbaren Angeboten.

Wer es schafft, technische Kompetenz mit verständlicher Erklärung, digitaler Unterstützung und persönlichem Service zu verbinden, wird auch künftig erfolgreich arbeiten. Der Report zeigt deutlich, dass gute Werkstattarbeit nicht nur auf der Hebebühne entscheidet, sondern am Telefon, am Tresen und im Umgang mit dem Kunden.

 

© DAT Report Kurzbericht